Über uns
Die Eibenfreunde sind Menschen, der sich mit Begeisterung für den Erhalt, die Pflege und die Verbreitung der seltenen und besonderen Gehölzart Eibe (Taxus baccata L.) einsetzen.
Das Schicksal der Eibe war, dass sie seit Jahrtausenden vom Menschen übernutzt wurde und inzwischen in vielen Regionen Europas ausgestorben ist oder nur noch sehr selten in der freien Natur vorkommt. Und dagegen muss etwas getan werden.
Deswegen gibt es die Eibenfreunde. Sie sammeln und vermitteln Wissen über die Eibe und ihre Probleme. Und die Eibenfreunde fördern die noch vorhandenen Eiben und pflanzen junge Eiben an.
Seit 01.01.2026 sind die Eibenfreunde eine Fachgruppe der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft e. V. (DDG).
Leitungsteam (seit 2025):
Ekkehard Rogée
Julian Gröber
Norman Heß
Riccardo Dalla Corte
Unser Wahlspruch:
„Schützen durch Nützen“
Was verbindet die namibische Teufelskralle mit Streuobstwiesen und dem Hausesel? Der Slogan „Schützen durch Nützen“ soll bei allen dreien für die Erhaltung werben. Diesem sehr eingängigen Motto droht schon ein wenig das gleiche Schicksal wie dem Begriff der Nachhaltigkeit, der durch beliebige Verwendung abgenutzt und zur Platitüde wurde. Hier soll darauf aufmerksam gemacht werden, wem der geistige Patentschutz für diese Synonym modernen Naturschutzes zusteht!
Unter dem Motto „Schützen durch Nützen“ stand das Symposium am 6. Mai 2004 über die Weißtanne als „Baum des Jahres 2004“, welches das Kuratorium Baum des Jahres, die Stiftung Wald in Not und das Forum Weißtanne e. V. Anlässlich der Wahl der Weiß-Tanne zum „Baum des Jahres 2004“ veranstaltete. Das NABU-Magazin „Naturschutz heute“ verwendet den Spruch im Zusammenhang mit Streuobstwiesen-Erhaltungsprojekten. Das Bundesamt für Naturschutz wirbt mit „Schützen durch Nützen“ für die Erhaltung der Teufelskralle in Namibia, wo die Nutzung als pflanzliche Medizin gegen Rheuma ihren Erhalt retten soll. Auch für den Hausesel soll die Rettung mit „Schützen durch Nützen“ erfolgen. Hier könnte der ökologisch korrekte Gepäcktransport beim Eseltrecking den gefährdeten Bestand sichern helfen. Und inzwischen sagen auch Bundespolitiker wie Staatssekretär REZZO SCHLAUCH öffentlich: „Schützen durch Nützen ist für uns kein Fremdwort“ [1].
Woher kommt aber nun dieser eingängige Slogan für modernen Naturschutz? Hier ist ein anderer „Baum des Jahres“ im Spiel: Die Eibe. Sie war 1994 der Baum des Jahres. Aus diesem Anlass fand am 18./19. November 1994 in Paterzell im Gasthof „Zum Eibenwald“ in Zusammenarbeit mit der Kreisgruppe Weilheim der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald eine Eibentagung statt. Im „Paterzeller Eibenwald“ trafen sich mehr als 60 Interessierte und gründeten die freie Vereinigung der Eibenfreunde, die bis heute alljährlich eine internationale Eibentagung durchführt und damit inzwischen schon in 6 europäischen Ländern zu Gast war. Den ersten Vortrag hielt Prof. Dr. WERNER KOCH vom Lehrstuhl für Forstbotanik der Forstwirtschaftlichen Fakultät der LMU München. Sein Thema waren die dendrologischen Besonderheiten der Eibe, und er schloss seinen Vortrag mit den Worten: „Wir sind heute der Überzeugung, dass es nicht nur unsere Pflicht ist, die Eibe wieder heimisch zu machen aus Gründen des Naturschutzes, des Naturhaushaltes, des Waldbaus und – sagen wir ruhig auch einmal das altmodische Wort – der Landschaftsästhetik, sondern nicht zuletzt auch weil wir glauben, dass ein so widerstandsfähiges Holz den Anbau aus wirtschaftlichen gründen rechtfertigt. Dass die Nutznießer erst unsere Nachkommen sein werden, sollte eigentlich berufenen und echten Forstleuten keine Schwierigkeiten bereiten. In diesem Sinne: Schützen durch Nützen!“
Damit war der Slogan geboren. KOCH fand ihn, inspiriert durch das Buch „Die Eibe – Hoffnung für ein fast verschwundenes Waldvolk“ [2]. Einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wurde er erstmals 1995 in der AFZ durch den Beitrag „Eibentagung in Paterzell – Schützen durch Nützen“ [3]. Beim Schutz und bei der Bewahrung der lebendigen Natur kommen wir mit einer „Käseglocken-Taktik“ nicht weiter. Das hat man inzwischen glücklicherweise auch in Naturschutzkreisen erkannt, nicht zuletzt durch die andauernde Arbeit der Eibenfreunde.
Thomas Scheeder
(Dr. Th. Scheeder ist Berater für Forstwirtschaft)
Literaturhinweise:
[1] SCHLAUCH, REZZO (2004): Zwischen Stahl und Kohle, zwischen Naturreservat und Freizeitpark – die Bedeutung von Wald und Holz bei der Bundesregierung. Auszüge aus dem Vortrag von Parl. Staatssekretär R. Schlauch. Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit, anlässlich des 1. Bad.-Württ. Waldgipfels in Güglingen am 22. April 2004. Der Waldwirt 5/6, S. 5-9.
[2] SCHEEDER, Th. (1994): Die Eibe – Hoffnung für ein fast verschwundenes Waldvolk. IHW-Verlag.
[3] SCHEEDER, Th. (1995): Eibentagung in Paterzell – Schützen durch Nützen. AFZ 4, S. 206-207.
