Die Eibenfreunde und ihr Wahlspruch "Schützen durch Nützen"


wird immer wieder ergänzt - bitte nach unten scrollen

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006  Exkursion der Eibenfreunde nach Sardinien
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Leider gibt es immer noch keinen Exkursionsbericht davon.
Die 12 Teilnehmer waren aber alle begeistert!


24. - 31. Mai 2014



24. Mai 2014:
Ankunft auf dem Flughafen von
Olbia und Fahrt zum Hotel am Mt. Limbara:
http://www.vallicciola.it/home.html (55 km / 1:00 Stunde). Das Hotel hat auf meine
zweimalige Anfrage aber bisher nicht geantwortet. Alternativ Übernachtung in Olbia.

25. Mai:
Exkursion zum
Monte Limbara: Der höchste Granit-Gipfel Sardiniens (1354 m).
Eiben-Population auf dem Berggipfel mit vielen anderen seltenen Pflanzen.

Am Abend Fahrt nach Cala Gonone: http://www.hotelbuemarino.it/index_de.htm
(155 km / 2:20 Stunden)

26. Mai:
Exkursion nach
S’Ortu Is Aragnos (Fonni-Desulo-Arzana, NU): (100 km / 2:00 h)
Majestätisches Beispiel eines reliktischen Eiben-Vorkommens auf Porphyr-Geröll in
1300-1600 m Meereshöhe. Ilex aquifolium, Acer monspessulanum, Sorbus aria, Ribes sandalioticum und viele andere seltene Pflanzen;
und:
Bruncu Spina - Rio Aratu-S’Arena (Fonni - Desulo, NU): Einzelne Eiben mit starken Stämmen auf 1200-1600 m Meereshöhe und viele andere endemische Pflanzen.

27. Mai:
Die Eiben-Vorkommen im Bereich des
Marghine - Goceano: (100 km / 2:00 h)
Su Tassu - Sa Fraigada (Bultei-SS),
Sos Nibberos (Bono-SS) und Sa Serra - Badde Salighes (Bolotana-NU)
und am Abend Besuch der Villa Piercy und der Xylothek in
Badde Salighes.

28. Mai:
Exkursion in den
Gorropu Canyon und Supramonte von Urzulei. (40 km / 0:50 h)
Kalkstein-Landschaft mit vereinzelten Eiben und vielen seltenen Pflanzen.

29. Mai:
Exkursion nach
Supramonte di Orgosolo (NU): (45 km / 1:00 h)
Der letzte verbliebene reliktische und ursprünglische
Steineichenwald auf Kalkstein. Sehr wenige Eiben. In der Nähe am Monte Novo San Giovanni (1316 m) viele endemische Pflanzen.

30. Mai:
Exkursion zum
Punta Corrasi (Oliena-NU): (30 km / 0:40 h)
Höchster Kalkstein-Gipfel in Sardinien (1463 m), mit einzelnen alten Eiben und seltenen Pflanzen in eindrucksvoller Landschaft.

31. Mai:
Fahrt zum Flughafen von
Olbia. (106 km / 1:30 ) Ankunft am Flughafen ca. 11:00 h.
Organisation: Dr. E. Farris, Sassari / Sardegna & F. Wendt, Pforzheim / Germania
Weitere Informationen und Anmeldung bei:
Friedemann Wendt / Bleichstr. 103 / D-75173 Pforzheim
Tel. (16-22 h): +49 - 7231 - 77 61 242 / E-Mail: friedemann.wendt@gmail.com


 beispielhafter Blick von der Nurage Mereu
 


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                                       005 Eiben auf dem Gargano
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Hubert Rößner hat im Eibenfreund 15/2009 auf Seite 115ff das dortige Eibenvorkommen beschrieben und großes Interesse daran geweckt. Im Frühsommer 2009 erfolgte ein weiterer Besuch. Die Anreise ist einfach und preiswert mit dem Flugzeug nach Bari (Ankunft abends) oder Pescara (Ankunft nach- mittags) möglich. Von dort fährt man mit dem Leihwagen jeweils ca. 180 km ins Zentrum des Gargano.

Etwa 12 km nordöstlich vom Foresta Umbra findet sich die Azienda Agricola von Sebastiani Giuseppe, der über 20 Jahre in Deutschland gearbeitet und dann auf dieser Azienda ein Gästehaus mit sechs klimatisierten Doppelzimmern >>Bed & Breakfast ULIVETO del Gargano<< eröffnet hat (Tel.: 0884 702428 - 349 437 90 45, Internet: www.viesteonline.it/ulivetodelgargano).
Sebastiani Giuseppe kann den Kontakt herstellen zu einem Mitarbeiter des Corpo Forestale Dello Stato, der das eingezäunte Reservat Falascone betreut. Mit der Berufung auf die wissenschaftlichen Forschun- gen der Eibenfreunde sollte ein geführter Zugang möglich sein.

Aber auch um diese eingezäunte Fläche herum stehen in ähnlicher Dichte und Ausformung uralte Eiben. An der Universität von Viterbo wurde 2004 eine Erhebung zu den Eiben durchgeführt, die nicht das um- zäunte Totalreservat und die Fläche südlich der Straße zum Monte St. Angelo umfasste.
Dabei waren die drei höchsten Baumhöhenmessungen 22,5 m, 24,5 m und 24,7 m. Die Erhebung erfasste 1042 Eiben. Von diesen waren in der Durchmesserklasse von 3 - 39 cm 455 Eiben, von 40 - 59 cm 52 Eiben, von 60 - 79 cm 157 Eiben, von 80 - 99 cm 194 Eiben und über 100 cm 184 Eiben. Die dickste ge- messene Eibe erreichte 161 cm Durchmesser.

Es gibt natürlich noch andere Attraktionen vorort. Wirklich sehr große Rotbuchen finden sich als Kern- attraktion des Foresta Umbra auf großer Fläche. Eindrucksvolle Exemplare von Quercus ilex und Quercus cerris sowie Fraxinus ornus, Carpinus betulus und Castanea sativa geben zusammen mit Ilex und dem sich überall hochrankenden Efeu eine sehr sehenswerte und außergewöhnliche Waldlandschaft. Im Bergort Vico gefällt eine 400 Jahre alte riesige Steineiche und überall finden sich alte Ölbaumhaine. Und natürlich ist das Meer nahe. Vom Quartier aus sind es nicht einmal zwei Kilometer an den Sandstrand.Hubert Rößner hat im Eibenfreund 15/2009 auf Seite 115ff das dortige Eibenvorkommen beschrie-ben und großes Interesse daran geweckt. Im Frühsommer 2009 erfolgte ein weiterer Besuch. Die Anreise ist ein- fach und preiswert mit dem Flugzeug nach Bari (Ankunft abends) oder Pescara (Ankunft nachmittags) möglich. Von dort fährt man mit dem Leihwagen jeweils ca. 180 km ins Zentrum des Gargano.

































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004  Das Eibenvorkommen in Baddé Salighes
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Leider hatte die Ausschreibung einer Sardinienreise der Eibenfreunde mehrfach keine ausreichende Re- sonanz gefunden. Nachfolgend findet sich der Lageplan zum bedeutensten Eibenvorkommen auf Sardi- nien in Baddé Salighes (im Aufsatz von Fred Hageneder im Eibenfreund 13 S. 169f wird der Standort Ortachis benannt). Es führt dorthin unmittelbar eine Straße und die Eiben befinden sich im Umfeld der Villa Piercy (der Engländer Piercy hat auf Sardinien die Eisenbahn gebaut). Man sollte dieses Vorkommen auch ohne Führer leicht finden können. Es liegt ca. 35 km westlich von Nuoro.






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003   Es gibt sie, die uralten Eiben im georgischen Naturreservat Bazara
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September 2009

Schon lange wollen Eibenfreunde die uralten Eiben im georgischen Natrureservat Bazara in Augenschein nehmen. Bisher ging das aber nicht. Das Alasani-Tal liegt nahe Tschetschenien und wird seit alters her von Tschetschenen bewohnt. Man hatte wohl Bedenken betreffend etwaiger Kollaborationen über die Grenze hinweg und unterhielt einen Militärposten, weswegen das Tal zum Sperrgebiet erklärt worden war. Vermutlich aufgrund der Konflikte in Südosssetien wurde die militärische Aufstellung in Georgien verändert und der Militärposten aufgelöst - deswegen ist nun ein Zugang möglich.

Pridnja hat im Eibenfreund 7/2000 auf S. 28 kurz über die Eibe im Bazarskij Schutzge- biet (Georgien) berichtet. Danach ist die mehr oder wenige steile Schlucht des Ba- zari-Flusses mit ihrer 20 bis zu 100 m brei- ten Bachaue seit 1918 nicht mehr von Men- schen besiedelt. Das Klima ist eher mild und zeigt eine mittlere Jahrestemper von + 10,8 °C. Zur Niederschlagsmenge werden keine Angaben gemacht, aber bei der Höhenlage von 800 bis 2.000 m ü.NN des über 3.000 ha großen Schutzgebietes dürften sie für ein gutes Wachstum ausreichend sein. Schnee liegt gewöhnlich von Mitte Dezem- ber bis Ende März.
Auf einer Fläche von etwa 237 ha soll die Eibe vergesellschaftet mit der Buche sto- cken. Reine Eibenwälder mit einem Anteil von 80 % der Eibe an der Holzmasse wer- den dagegen nur mit einer Fläche von 11 ha angegeben. 
Insgesamt wird die Anzahl von 220.000 Ei- ben für das gesamte Schutztgebiet ange- geben. Jedoch nur 13.000 davon sollen äl- ter als 100 Jahre alt sein. Für einzelne Bäu- me wird ein Alter von 1.500 - 2.000 Jahre genannt.
Pridnja gibt eine Samenproduktion von rd. 9.000 Samen je fruktifizierender Eibe an und kommt auf insgesamt ca. 2 Mio. Samen jährlich. Es vermehrt sich aber die Eibe schlecht und man geht von nur 1 - 3 Bäu- men je Hektar im Jahr an Nachwuchs aus. Interessant ist der Hinweis auf bis zu 2 % Vorkommen von zweihäusige Eiben.


Am östlichen Spitzen des Schutzgebietes fließt der Bazari in den Alasani und dort befindet sich die Ranger-Station mit zwei kleinen Gebäuden, wobei in dem neuen Gebäude noch kein Ofen installiert ist.
Das eingezeichnete Kreuz in der unteren Mitte des Schutzgebie- tes kennzeichnet die sogenann- ten Eiben-Patriarchen. Es steht dort auch die dickste Eibe mit einem aktuellen Umfang in Brust- höhe von 474 cm.
Das konzentrierte Vorkommen mit wenigen alten Buchen um- fasst jedoch nur etwa 1,0 ha.
Etwas weiter oberhalb und westlicher ist ein größerer Be- reich schraffiert. An diesem, unten sehr steilen Hangbereich kommt die Eibe konzentriert in einer Anzahl von über 500 alten Exemplaren (lt. Aussage des Rangers) vor. Es wurde eins- tens die Buche weitgehend ent- fernt und man findet sie nur noch weiter oben, wo sie über der Eibe steht. Im Steilhang finden sich nur noch die alten Eiben und es hat sich kaum eine andere Baumvegetation eingefunden. 
Dies ist die stärkste Eibe mit einem Umfang von aktuell 474 cm, also einem Durchmesser von 1,5 m in Brusthöhe.
Sie steht zusammen mit ca. drei Dutzend weiteren alten Eiben auf einer oberen Hangkuppe zusam- men mit Buchen, welche aber über die Eiben aufragen.
Die Höhe dieses Eiben-Patriachen beträgt ca. 18,5 bis 19 m und die Krone hat etwas direktes Seiten-licht, weil der Baumriese am Rande der Geländekuppe steht.
Zum Größenvergleich hat sich der Ranger neben den Stamm gestellt und ab Stamm selbst lehnt ein auf- geklappter Meterstab mit 2 Meter Länge.
Links unten ist ein weiterer Eiben-Patriach abgebildet, der aber nur um 80 cm Durchmesser misst, aber eine Höhe von gut 22 m erreicht, obwohl er auf der Kuppe eher flachgründiger steht.
Die anderen Fotos stammen aus dem flächigeren Vorkommen und zeigen den dortigen lichteren, aber konzentrierten Charakter.
Einzelne Eiben haben hier Höhen von 25 bis 28 m.



Der Boden ist nur locker bewachsen, was teilsweise erklärt werden kann durch den Schattenwurf der Eibe und die Steilheit des Geländes.
Das Fehlen aber von jüngeren nachge- wachsenen Buchen ist nur schwer er- klärbar. Die Unterschutzstellung des Ge- bietes erfolgte Mitte der 30er Jahre des 20. Jh. und damals könnten die alten Buchen zusammen mit allem alten Holz im Tal abge- holzt worden sein. Nur die Eiben sind ge- blieben. Am unteren Talzug entlang sieht man gerade einmal zwei oder drei ältere Buchen. Alle anderen Hölzer scheinen nicht viel älter als 50 bis 70 Jahre zu sein.
Ganz jung kann die Nutzung der alten Bu- chen über den Eiben auch nicht gewesen sein, denn der einstige Erschließungsweg durch das Tal ist längst verschwunden. Von ihm zeugt nur noch ein altes guß- eisernes Wegentwässerungsrohr, dem man unterwegs einmal begegnet.
Es muss also irgend einen Grund geben, der die natürliche Verjüngung der Buche und der Eibe dauerhaft verhindert.



Diese starke Buche ist in dem flächigeren Eiben-Vorkommen an einer Stelle übrig geblieben. Einst müssen überall über den Eiben solche Buchen gestanden haben.
Es soll in dem Gebiet die gesamte Palette der natürlichen Fauna vorkommen. Also vom Bär über den Wolf und Luchs alles was die Rehwild- und auch die Rotwild-Population in natürlichen Grenzen halten kann.
Auch sind starke Schwarzwild-Bestände vorhanden - man sieht das am umgearbei- teten Boden -, was ebenfalls zu Lasten der Reh- und Rotwildpopulation geht.
Es kann demnach nicht wie in Mitteleuropa das Rehwild als Faktor vermutet werden der die natürliche Verjüngung verhindern.
Es kommt aber auch die kaukasische Wild- ziege im Gebiet vor und diese könnte tat- sächlich einen entscheidenden Verhinde- rungsfaktor für die Verjüngung abgeben.
Dringend müsste untersucht werden, was denn tatsächlich die Verhinderungsfakto- ren sind. Denn trotz intensiver Suche konn- ten nur ganz wenige Eiben-Sämlinge ge- funden werden. Und es gilt die Nachhaltig- keit des Eibenvorkommens sicherzustellen.


Nur ganz vereinzelt trifft man eine gesi- cherte Eibenverjüngung. Nach den Er- fahrungen im Mitteleuropäischen Raum müsste sich die Eibe aber bei den gege- benen Umständen überall reichlich verjün- gen.
Die Angaben Pridnja's zur Gesamtanzahl der Eibe im Bazara-Schutzgebiet dürften Schätzungen sein. Ein aktuelles Inventar gibt es jedenfalls nicht und die vorhande- nen Luftbilder sind einmal im Sommer auf- genommen worden und zeigen verschie- dene Bewölkungen.
Für ein Eiben-Inventar wäre eine Beflie- gung in der laubfreien Zeit der Buche not- wendig und dann könnte man eine exaktere Auswertung zu den vorhandenen größen Eiben vornehmen.
An einzelnen alten Eiben wurden kleine viereckige Metallschildchen gesehen. Es könnte also ein Inventar vorhanden sein, welches in der Sowjetzeit erstellt worden ist. Man sollte dringlich die Historie zum Schutzgebiet erstellen und dabei insbeson- dere auf die Nutzungsgeschichte ein wa- ches Auge haben.
Durch die Weltbank wurde die Einrichtung der georgischen Naturreservate gefördert und betrieben. Leider kam aber im Alasani- Tal davon nichts an. Möglicherweise war die Militärstation dem im Wege. Diese nutzte nämlich das alte Ranger-Gebäude am Eingang des Bazari-Tales.

Es gibt zweifellos die uralten Eiben im Bazari-Tal noch und ihr Bestand scheint dauerhaft gesichert zu sein. Die Angaben von zwei Meter (bis zu vier Meter) "diameter" auf der Info-Tafel am Reservateingang stimmen zwar nicht. Denn es handelt sich bei diesen Werten nur um den Umfang. Aber zweifelsfrei sind viele hunderte sehr alte Eiben im Bazara-Schutzgebiet mit Durchmessern von bis zu 1,5 m vorhanden.
Im Verwaltungsgebäude in der Stadt finden sich zwei alte Stammscheiben. Diese stammen zweifelsfrei aus dem Schutzgebiet und aufgrund ihres sehr gleichmäßigen Jahrringaufbaues dürften sie aus Bestän- den mit überschirmender Buche stammen.
Die eine Stammscheibe zeigt auf 33,4 cm 420 Jahrringe und die andere auf 20,3 cm 280 Jahrringe. Im Mittel sind das dann 0,795 mm bzw. 0,725 mm Jahrringbreite. Fast man die beiden zusammen, kommt eine durchschnittliche Jahrringbreite von 0,76 mm heraus. Bezieht man diesen Wert auf die dickste Eibe mit 1,51 cm Durchmesser, ergibt sich ein theoretisches Alter von 993 Jahren. Nun steht diese Eibe aber unmittelbar unter einer Hangkuppe und könnte dadurch einen etwas weniger gut wasserversorgten Standort haben. Unterstellt man nur ein um ein Drittel niedrigeres Wachstum wie es auf den besser wasserversorgten hangzügigeren Standorten möglich sein könnte, müsste man schon von einem Alter von 1.500 Jahren ausgehen.
Einige der dicken alten Eiben erreichen nur Durchmesser von 50 cm. Es scheint vernünftig zu sein, wenn man für die alten Eiben im Bazara Naturrreservat ein Alter von 500 bis 1.500 Jahre annimmt.

Um das Bazara Naturreservat besuchen zu dürfen, bedarf es einer Genehmigung durch das zuständige Ministerium in Tiflis. Eine Exkursion zu den "Eiben-Patriarchen" benötigt vom Eingang des Reservates hin und zurück zumindest vier Stunden. Rechnet man eine Stunde Verweilzeit hinzu, ist man nur im Reservat fünf Stunden. Und dabei muss mehrfach der Bazari-Fluss überquert werden. Hinzu kommt noch die An- und Abfahrt von der Administration in der Stadt, was mit allem Papierkrieg nochmals an die zwei Stunden kostet. Bei einer Quartiernahme in der alten Königsstadt Telavi mit weiterer An- und Abfahrt braucht es dann also einen vollständigen Tag, um nur diese Exkursion durchzuführen. Will man mehr sehen, muss man vorort übernachten und immer weiter das Tal hochgehen und in die Hänge steigen. Inwieweit alle Eibenvorkommen den Rangern tatsächlich persönlich bekannt sind, kann nur vermutet werden. Durch lokale Unzugänglichkeiten könnten einzelne bedeutende Eiben durchaus vielleicht noch neu entdeckt wer- den. 

 
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002   Eiben im Bayerischen Wald bei Zwiesel
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August 2009

Bei einem kurzen Familienurlaub Im Bayerischen Wald blieb etwas Zeit um nach den dortigen Eiben eine kleine Ausschau zu halten. Maria Schuster hat 1987 an der FH Weihenstephan ihre Diplomarbeit über "die Eibe im Forstamt Zwiesel" geschrieben. 15 ältere Eiben von geschätzten 150 - 200 Stück im damaligen Forstamtsbereich hat sie näher untersucht. Die Brusthöhendurchmesser reichten von 19 - 65 cm und die Baumhöhen von 5 bis 17 m. Nach der Aussage eines alten Waldarbeiters wären ca. 30 Jahre zuvor bei einer Zuwachsbohrung an der Eibe Nr. 1 ca. 800 Jahrringe gezählt worden. Das entspräche dann einer mittleren Jahrringbreite von ca. 0,3 mm. Die dickste Eibe müsste dann mit einem Alter von 1.000 Jahren angesprochen werden. Das tut Maria Schuster aber nicht. Sie nennt für diese Eibe 300 bis 350 Jahre, was bei den Jahresniederschlägen von über 1100 mm und den überwiegend guten Lehmböden auch eher glaubhaft erscheint. Dem stehen auch nicht die eher rauen 5 bis 6 °C Jahresmitteltemperatur und die mittlere 5 - 6-monatige Schneedeckzeit entgegen, glaube ich.      
Eine genaue Lokalisierung der damals aufgenommen Bäume und die erneute Vermessung des Brust-höhendurchmessers derselben, könnte Hinweise auf den Zuwachs dieser Eiben in den vergangenen 22 Jahre liefern. Vielleicht hat ein Eibenfreund in seinem Urlaub mehr Zeit für die Eibe als das bei mir der Fall war. Die Diplomarbeit von Maria Schuster hatte ich dabei und gebe diese wieder zurück ins Literatur-archiv der Eibenfreunde.
 Dr. Thomas Scheeder  



  Wanderkarte mit Zifferneintragung für die 15 näher untersuchten Eiben im ehemaligen Forstamt
  Zwiesel (Ost). Einstens hat dort auch Forstmeister Klotz naturgemäß den Wald bearbeitet und
  das wurde nicht gerne von seiner Obrigkeit gesehen. Ab dem Parkplatz Kreuzstraßl führt die
  Falkensteiner Straße zu 5 der damals näher aufgenommenen Eiben. Beim Scheuereck und auf 
  dem Weg von dort zur Höllbachschwelle und dann weiter den Schwellweg hinauf finden sich
  andere dieser Eiben.




Eine damals von Maria Schuster aufgenommene sehr schön wipfelschäftige Eibe, die heute über
50 cm Brusthöhendurchmesser hat. Leider sind die einzelnen Bäume aus der Diplomarbeit nicht  
genau lokalisiert, weswegen eine erneute Auf- nahme zum Vergleich nicht unmittelbar möglich war.
Man müsste das gesamte Kollektiv neu aufneh- men und durch Detailvergleiche eine Zuordnung
versuchen, oder dazu den Kontakt mit Frau Schuster suchen.
Meine Frau Barbara gibt den Größenvergleich zur Dimension der Eibe.

Diese Eibe hat einmal ihre Krone verloren. Vermutlich war das bei der Fällung des einstigen umgebenden Alt- bestandes. Den jungen Buchen nach, könnte das vor vielleicht 50 Jahren gewesen sein.

 
Eibe oberhalb der Falkensteiner Straße - die Umzäunung wurde sicher einmal in guter Absicht errichtet. So nutzt sie aber überhaupt nichts.
Kann man überhaupt im Wald einen Zaun dauerhaft dichthalten?




     

      Wo keine Umzäunung mehr ist, wird die Eibe    
      verbissen und kommt nicht hoch.



 
Diese Eibe mit Umzäunung steht in Distr. XXI Gespet Abt. 3a Hochseige direkt an der Klotzstraße etwa 400 m von der Einmündung in die Falkensteiner Straße entfernt.






  
   
  

      

       Reichlich samt sich die Eibe an und ohne
       Verbiss entwickelt sie sich prächtig.



 



Hinter Zaun funktioniert die Verjüngung bei weiblichen Eiben immer!


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001   Fachbegang Paterzeller Eibenwald
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Am 23. Mai 2009 hat im Paterzeller Eibenwald ein Fachbegang stattge-funden.
Auf dem Foto sieht man von rechts nach links: Revierleiter Markus Resch, den Leiter des Staatsforstbetriebes Landsberg Nikolaus Stöger, Herrn Höl- scher-Obermeier von der Naturschutz- behörde der Regierung von Ober- bayern, Forstdirektor i. R. Herbert Götz, Prof. em. Dr. Horst Künne (von hinten) und Forstdirektor i. R. Hubert Rößner.
Es ging um die aktuelle Problematik im Naturschutzgebiet, welche insbeson- dere durch den zunehmenden Verbiss an den jungen Eiben durch zu hohe Wildbestände besteht.
Witterungsbedingte Bejagungserschwernisse in den letzten beiden Jahren haben zu einer Verstärkung des Verbisses geführt. Da durch die Bejagung alleine die nachhaltige Eibenverjüngung nicht garantiert werden kann, besteht Einvernehmen darüber, dass zusätzliche Schutzmaßnahmen durch Zäunungen und "Draht hosen" für einzelne Eiben erfolgen müssen.
Durch das Projekt eines geplanten Biotopverbundes könnte möglicher- weise der Schutz und die Förderung der Eibe über den unmittelbar ge- schützten Paterzeller Eibenwald hinaus ausgedehnt werden.
Der teilweise schlechte Benadelungs- zustand der Eiben wird nach Aussage des ehemals zuständigen Forstdirektor i. R. Hubert Rößner durch einen alljähr- lich im Juni auftretenden Pilzbefall ver- ursacht. Die erheblichen Wasserent- nahmen aus dem Gebiet scheinen seiner Ansicht nach nicht ursächlich zu sein.
Insgesamt sind die Fachleute mit dem Zustand des Waldes sehr zufrieden. Der Schutz der alten Eiben ist durch die Naturschutzgebietsverordnung gesi- chert. Für den mittleren Nachwuchs der Eibe ist ausreichend Licht im Wald vorhanden und durch die Zäunungen wurde ein guter Bestand an nach- wachsender Eiben-Naturverjüngung aufgebaut.
Der Wunsch wäre, auch außerhalb der Zäune das Fortkommen der vorhan- denen jungen Eiben zu sichern.
Markus Resch ist der neue, für den Paterzeller Eibenwald zuständige Re- vierleiter. Dr. Thomas Scheeder  von der Vereinigung der Eibenfreunde überreichte ihm nach dem Fachbegang die Urkunde über eine Geschenkmitgliedschaft bei den Eibenfreunden, welche ihm von seinen ehemaligen Kollegen gestiftet wurde, verbunden mit dem Auftrag der pfleglichen Sorge um das ihm nun anvertraute Kleinod "Paterzeller Eibenwald".